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100% Erneuerbare Energien und Stromspeicher

Solarenergieförderverein-Geschäftsführer Wolf von Fabeck in Bernkastel-Kues

„Unser Ziel sind 100 % Erneuerbare Energien. Wie muss man es anstellen, dieses Ziel möglichst schnell und kostengünstig zu erreichen?“ Das waren die Eingangsworte von Wolf von Fabeck bei der Veranstaltung des ÖDP-Kreisverbandes am vergangenen Donnerstag. Aus der ganzen Region hat Wolf von Fabeck, der Geschäftsführer des Solarenergie-Fördervereins Deutschland e.V., Interessierte nach Bernkastel-Kues in die Güterhalle zu seinem Vortrag angezogen.

In den Mittelpunkt stellte er eine Frage, die leider zu selten diskutiert wird: Die Verstetigung des Stromflusses durch Speicherung vorübergehender Überschüsse bei Wind und Sonne – z. B. in der Mittagszeit. Braunkohle- und Atomkraftwerke können nur sehr langsam und zeitaufwendig herunter- und wieder hochgefahren werden. Sie laufen daher in der Regel durch. Stattdessen werden an sonnigen und windigen Tagen zunehmend Wind und Solaranlagen zwangsweise durch den Stromnetzbetreiber abgeschaltet, wenn sie mehr Strom erzeugen als gerade benötigt wird. “Wenn wir den Umstieg auf 100 % Erneuerbare Energien wollen, müssen wir uns so schnell wie möglich von den schwer abregelbaren Kohlekraftwerden und den gar nicht abregelbaren Braunkohle- und Atomkraftwerken trennen“, so von Fabecks deutliche Ansage. Der Zubau von Kohlekraftwerken sei schlicht und ergreifend kontraproduktiv, wenn die Politik es mit der Energiewende ernst meine. Was wir brauche, sind schnell regelbare Gaskraftwerke.

Speichern, aber wie? Geeignete Möglichkeiten gibt es ganz dezentral durch aufladbare Batterien, die direkt in die Solaranlagen integriert werden. Die Speicherung in Batterien sei zur Zeit noch nicht wirtschaftlich, deshalb sei ein umfangreiches Markteinführungsprogramm mit finanziellen Anreizen notwendig. Noch ist Idealismus gefordert. Und das jetzt auf Bundesebene angedachte Förderprogramm – wohl nur für neue Anlagen und nicht für Windenergie – ist, wenn es so umgesetzt wird, kaum geeignet für die notwendige schnelle Richtungsänderung.

Darüber hinaus, so von Fabeck, müsse aber auch gewährleistet sein, dass wir „4 Wochen ohne Sonne und Wind“ überbrücken könne. Und da bieten sich Gaskraftwerke an. Bei geringer Stromnachfrage können sie überschüssigen Solar- und Windstrom nutzen, um damit – vornehmlich aus CO2 in der Atmosphäre – Methan herzustellen und ins Gasnetz einzuspeisen. Wo bei dezentralen Anlagen kein Gasnetz besteht, empfiehlt sich die Herstellung von in Tanks lagerfähigem Methanol aus Wasser und CO2. Auf Dauer könnte mit erneuerbaren Energien hergestelltes Methan vollständig die Versorgung der Gaskraftwerke übernehmen, die Residuallast sichern und flexibel auf das in Spitzenzeiten höhere Stromangebot aus Sonne und Wind reagieren: 100 % Erneuerbar!

„Wir sind entschlossen“, so ÖDP-Vorsitzender Johannes Schneider, „alles erdenklich Mögliche zu tun, um zu erreichen, dass die Energiewende konsequent umgesetzt wird.“ Die beabsichtigte Bremse im EEG könne man in der geplanten Form nicht hinnehmen. 


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